18. SWISS-MOTO vom 18. bis 21. Februar 2021 wegen Corona gestrichen
KEINE SWISS-MOTO IM FEBRUAR 2021

Im Februar 2021 wird es leider keine Swiss-Moto in Zürich-Oerlikon und damit keinen offiziellen Startschuss in die neue Saison geben. Hauptgrund für die Absage ist wie bei vielen anderen Veranstaltungen die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen Planungs- und Sicherheitskonzeptprobleme. Ob ein Ersatzevent in kleinerem Rahmen – live und/oder virtuell – durchgeführt wird, ist noch offen.

 

Corona hat einmal mehr zugeschlagen: 2021 wird es vom 18. bis 21. Febraur keine Swiss-Moto geben. Nachdem bereits die beiden Leitmessen Intermot (Köln/D) und EICMA (Mailand/I) im Herbst 2020 abgesagt werden mussten, hat die Corona-Krise mit der Swiss-Moto ein weiteres Opfer gefunden. Hauptgrund für die Absage, die der Veranstalter MCH Group gemeinsam mit dem Schweizer Importeursverband motosuisse traf, war die Unvereinbarkeit des Publikumsmagnets Swiss-Moto (durchschnittlich annähernd 70'000 Besucher in vier Tagen) mit einem vernünftigen Covid-Schutzkonzept.

 

Hohe Besucherdichte ist schlecht für Schutzkonzept

Karin Sonderegger, für alle Consumer Shows & Public Events der MCH verantwortlich, bedauert: "Die Swiss-Moto ist nicht nur die grösste Töffschau der Schweiz, sondern auch ein einzigartiges Happening für die Community. Der Geselligkeitsfaktor ist ein wichtiger, essenzieller Aspekt des Swiss-Moto-Erlebnisses. Dieser ist bei einer sehr hohen Besucherdichte von 20’000 Besuchern pro Tag schwer mit einem Covid-19- Schutzkonzept vereinbar, ohne den Charakter des Events völlig zu verändern.“

 

Ersatzevent – ob live und/oder virtuell – wird geprüft

Die Nachfrage nach Motorrädern ist dieses Jahr stark gestiegen, nicht zuletzt auch aufgrund der verschiedenen Massnahmen, die uns zwecks Eindämmung der Pandemie seit längerem einschränken. Die SWISS- MOTO-Organisation prüft nun gemeinsam mit den Vertretern der Schweizer Motorradbranche die Durchführung eines kleineren Ersatzevents, der live und digital oder rein virtuell stattfinden soll. Karin Sonderegger ergänzt: "Wir setzen alles daran, den Töff-Fans 2021 einen Ersatz-Event für die SWISS-MOTO zu bieten, auch indem wir stärker auf die digitalen Bedürfnisse der Community eingehen. Die digitale Reichweite der SWISS-MOTO von über einer Million Brutto-Kontakten bietet dafür viele Chancen».

 

Die Zeit drängt

Doch die Zeit für die Organisation eines Swiss-Moto-Ersatzevents im Februar ist knapp bemessen, zudem sind die Unsicherheiten wegen des nicht vorhersehbaren Verlaufs der Coronakrise gross. Im November wird der Veranstalter Veranstalter MCH Group über die Durchführung des Ersatz-Events informieren. Die nächste reguläre SWISS-MOTO 2022 ist für 17. bis 20. Februar 2022 in der Messe Zürich geplant. Mehr Infos: www.swiss-moto.ch.

 

 

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Rückblick 17. SWISS-MOTO vom 20. bis 23. Februar 2020
Lifestyle, Power & Connectivity

Am 20. Februar 2020 war es wieder soweit: Die Motorrad-, Roller- und Tuning-Show Swiss-Moto unter dem Partnerpatronat des Branchenverbandes motosuisse öffnete bei ihrer 17. Ausgabe im Messezentrum Zürich-Oerlikon für vier Tage ihre Tore. Für die Fans standen nicht nur die Töff-Neuheiten für die Saison 2020 bereit, die Swiss-Moto faszinierte auch mit spektakulären Shows und attraktiven Sonderausstellungen. Ein Novum war das Swiss-Moto-Pre-Opening am Mittwochabend, 19. Februar. Zu diesem Zeitpunkt ahnte man noch nichts von den schwerwiegenden Auswirkungen der ab März grassierenden Corona-Pandemie.

 

Zwischen dem 20. und 23. Februar 2020 strömten wieder rund 70‘000 Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland durch die prall gefüllten und attraktiv aufbereiteten Hallen der Swiss-Moto in der Messe Zürich strömen. Die alljährliche Präsentation der Modellneuheiten für die neue Saison – vor Ort waren mehr als 400 Marken aus dem Motorrad-, Roller-, Quad-, Bekleidungs-, Zubehör- und Tuningbereich – gilt traditionell als Startschuss in die neue Saison.

 

 

Swiss Moto Youth: Die Jungen im Fokus

Neben neuen Motorrädern, Spektakel und Shows bot die SWISS-MOTO wie jedes Jahr aktuellen Zweirad-Themen eine Plattform. Dieses Jahr stand der Nachwuchs im Zentrum. Denn ab 1. Januar 2021 dürfen, wie in den EU-Ländern bereits seit vielen Jahren, Motorräder und Roller bis 125 cm3 Hubraum bereits ab 16 Jahren bewegt werden (bisher 18 Jahre). Die maximal 11 kW (15 PS) starken 125er sind wegen ihrer europaweit starken Verbreitung in Technik, Sicherheitsausstattung, Modellvielfalt und Attraktivität auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung. Mit einer SWISS MOTO YOUTH-Sonderschau wollten die Organisatoren im Vorfeld des Wechsels alle Aspekte dieser Führerschein-Harmonisierung beleuchten und den Jugendlichen und ihren Eltern nützliche Informationen anbieten.

 

Grosse Motorräder: 2020 letzte Gelegenheit für den Direkteinstieg

Die Anpassung sämtlicher Führerscheinkategorien durch den Bundesrat hat noch weitere Auswirkungen auf die Motorradbranche: Ebenfalls ab 1. Januar 2021 wird es den bisherigen Direkteinstieg ab 25 Jahren zu den grossen, unlimitierten Motorrädern nicht mehr geben. Die  Schweiz klinkt sich hier von den EU-Gepflogenheiten aus. Das bedeutet: Wer den Lernfahrausweis für den A-Führerschein nicht bis spätestens 31. Dezember 2020 in der Tasche hat, muss ab 2021 – egal, ob er oder sie 18, 25, 40 oder 65 Jahre alt ist – zuerst zwei Jahre lang ein Motorrad mit maximal 35 kW (48 PS) Leistung fahren. Auch zu diesem Thema informierten Messeorganisatoren und Aussteller die Besucher gezielt.

 

Die Swiss-Moto deckte die Motorradtrends für 2020 auf

Mehr Power: Genug ist nie genug. Dass diverse namhafte Hersteller bei ihren zwar strassenzugelassenen, aber vorwiegend für die Rennstrecke konzipierten Sportgeräten die magische 200 PS-Barriere weit hinter sich gelassen haben, ist bereits Schnee von gestern. Jetzt sind motorisierte Geschosse auf den Markt, die zur Hauptsache für die Strasse gedacht sind und trotzdem mehr als 200 PS leisten. Dazu gehören die Ducati Streetfighter V4, die mit ihren 208 PS genauso kriegerisch aussieht wie es der Name verspricht, und die in diversen Versionen erhältliche MV Agusta Brutale 1000.

Mehr Elektronik: Frei wählbare und programmierbare Fahr-Modi, einstellbare Traktionskontrollen, bidirektionale Quickshifter (Gangwechsel ohne Kupplungsbetätigung nach oben und unten), Ride-by-Wire-Gassteuerungen, in Schräglage wirksame ABS-Systeme («Kurven-ABS»)  und LED-Beleuchtungen gehören heute in der Mittel- und Oberklasse praktisch zur Standardausrüstung. Dasselbe wird in wenigen Jahren auch für Kurven-Licht, e-call-Notrufsysteme und sogar für elektronisch geregelte Fahrwerke gelten, genauso wie im Supersport-Segment für via Elektronik einstellbare Motorbremsen.

Mehr Vernetzung: Die Vernetzung von Motorrad, Fahrer und Umwelt hat sich zu einem zentralen Thema entwickelt. Für 2020 werden viele Modelle auf TFT-Cockpits umgerüstet, die via Smartphone-Vernetzung zu Multimedia-Plattformen werden. Telefonieren und Musikhören via Helm-Kommunikationssysteme (Intercom) und am Lenker montierte Controller werden nun für immer mehr Motorradfahrer Realität. Noch nicht marktreif, aber im Anmarsch sind elektronische Assistenzsysteme für Abstandserkennung, Kollisionswarnung und Notbremsungen. Auch die Entwicklung von in die Bekleidung integrierten, elektronisch gesteuerten optischen Warnsystemen für nachfolgende Verkehrsteilnehmer sowie von ins Helmvisier oder in eine Brille integrierte Headup-Displays ist weit fortgeschritten.

Mehr Retro- und Vintage: Der Retro-, Vintage- und Custom-Trend der letzten Jahre ist ungebrochen. Das erfolgreiche Konzept lautet: Man verbindet zeitgenössische Technik mit einer Vintage-Optik, fügt  Polyvalenz, elektronische Vernetzung, spielerische Fahrbarkeit und ein umfangreiches Individualisierungs-Angebot hinzu, und schon rückt das Produkt in den Fokus eines trendorientierten, vorwiegend urbanen Volks.

Mehr Mittelklasse: Trotz anhaltendem Markterfolg der «Töff-SUV’s», also der hochbeinigen, schweren und mit allem zeitgenössischem Elektronik-Schnickschnack bestückten, teuren Reiseenduros bringen die renommierten Hersteller vermehrt Mittelklasse-Motorräder mit vernünftigeren Gewichts- und Leistungswerten, aber dennoch topmodern ausgestattet und zu interessanten Preisen auf den Markt.

 

Mehr Umweltverträglichkeit: Der anhaltende Trend zu vom Hubraum her grösseren Motoren hat auch umweltpolitische Gründe. Im Rahmen der ab 1. Januar 2020 geltenden Euro 5-Normen mit strengerem Messzyklus sind niedrigere Grenzwerte für Kohlenmonoxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Partikelemissionen im Abgas vorgeschrieben. Das lässt sich mit grösseren, aber weniger hoch drehenden Motoren, mit variablen Ventilsteuerzeiten und mit näher beim Motor platzierten Katalysatoren (für bessere Werte beim Kaltstart) am besten realisieren. Die meisten Hersteller haben reagiert und ihre bestehenden Modelle technisch angepasst, ohne dabei auch nur ein einziges PS einzubüssen.

Mehr China: Die chinesischen Hersteller haben in der vergangenen Dekade vor allem italienische Firmen inklusive Namensrechte aufgekauft und drängen jetzt in allen Segmenten mit neuen – und Modellen anderer Hersteller oft erstaunlich ähnlichen – Produkten auf den Markt.

Mehr Luxus: In den letzten Jahren hat die VIP- und Luxusbranche das Motorrad (wieder-)entdeckt. Letztes Jahr präsentierte Kino-Superstar Keanu Reeves an der SWISS-MOTO höchstpersönlich seine über 100'000 Dollar teure KRGT-1, jetzt bietet Aston Martin zusammen mit Brough Superior ab 108'000 Euro die AMB 001 als zweirädriges Arbeitsgerät für selbsternannte James Bonds feil.

Mehr Motorrad im Roller: Das 125 cm3-Rollersegment bleibt weiterhin mit grossem Abstand der wichtigste Roller-Markt in der Schweiz; 10‘240 Einheiten entsprechen zwei Dritteln des Roller-Gesamtmarkts und einem Viertel des Gesamtmarkts. Wie bei den Motorrädern halten nun auch in dieser Klasse LED-Lichttechnik, TFT-Displays, die Vernetzung mit dem Smartphone, ABS und sogar Traktionskontrollen Einzug.

Mehr Sicherheit – der Airbag setzt sich durch: Motorradbekleidung und Zubehör entwickeln sich parallel zu den Trends bei den Fahrzeugen. Sämtliche namhaften Motorradhersteller führen vollständige, farblich und technisch auf die Fahrzeugpalette abgestimmte Bekleidungs- und Zubehörkollektionen im Programm. Elektronische Features und urbaner Lifestyle stehen bei der freien Zubehörbranche im Zentrum. Preislich gibt es im riesigen Angebot nach unten und oben keine Grenzen. Sicherheitstechnisch interessant ist, dass integrierte und nicht mit dem Motorrad verbundene Airbags sowohl bei Leder- als auch bei Textilbekleidung bei allen renommierten Ausrüstern Einzug gehalten haben und für den Normalverbraucher erschwinglich geworden sind.

Mehr Elektro-Zweiräder – aber nur bei den Kleinsten

Der Medienrummel um die vor einem Jahr präsentierte, elektrisch angetriebene Harley-Davidson Live-Wire ist zwar gross und die ersten Exemplare der 36‘500 Franken teuren Strom-Harley sind ausgeliefert worden, aber Konkurrenz ist im Motorradsektor weit und breit nicht in Sicht. Nur Kleinstmanufakturen bringen regelmässig Updates ihrer bestehenden Modelle auf den Markt, die Verkäufe bewegen sich in einem kaum messbaren Bereich. Sämtliche renommierten Hersteller geben zwar zu, E-betriebene Prototypen zu testen, aber an eine Markteinführung denkt vorerst niemand. Verständlich, denn Geld verdienen lässt sich mit E-Motorrädern noch nicht. Die Gründe sind technischer und politischer Natur. Genügend grosse Stromspeicher für eine zufriedenstellende Reichweite sind nicht nur teuer, sondern beim heutigen Stand der Batterietechnik in einem Motorrad kaum unterzubringen. Ausgedehnte Weekendtouren und Ferienreisen mit langen Distanzen sind somit aktuell nicht zu bewältigen. Ladestationen werden zwar überall gebaut, doch nur in den Städten und auf Autobahnen, aber nicht dort, wo sie der Freizeit-Motorradfahrer braucht: in den Bergen und auf wenig befahrenen Nebenstrecken. Fazit: Erst wenn sich E-Motorräder vom Preis, von den Fahrleistungen und dem Alltagverhalten her den Verbrenner-Töff annähern, werden sie auf dem Markt ihre Chance bekommen.

Was für Motorräder gilt, ist bei den kleinen und kleinsten Zweirädern im urbanen Umfeld mit ihren immer restriktiveren Temporeduktionen und Fahrverboten genau umgekehrt: Die E-Technik setzt sich durch. E-Fahrräder, E-Trottis und auch e-Roller vorwiegend aus chinesischer und taiwanesischer Produktion überfluten Städte und Agglomerationen. Hier geht es nicht um Tempo und Fahrspass, sondern um praktischen Personen- und Warentransport im Kurzstreckenbereich. Das Marktvolumen der kleinsten, benzinbetriebenen Roller-Klasse bis 50 cm3 ist in nur einem Jahr um fast zwei Drittel geschrumpft, während die Einlösungen von Elektro-Rollern auf mehr als 1000 Einheiten gestiegen sind. Zahlreiche Hersteller arbeiten wie beim E-Fahrrad mit herausnehmbaren und extern aufladbaren Batterien, die maximale Reichweite und die Fahrqualitäten spielen beim urbanen Verkehr  untergeordnete Rollen.